Bundesarchiv B 145 Bild-F086568-0028, Leipzig, Bundestagswahl, Wahlwerbung.jpg

von Gunter Weißgerber

Auf einer Woge der Sympathie

Für die SDP endete das Jahr 1989 einfach nur traumhaft. Die alte Zugkraft der Sozialdemokratie in Verbindung mit ihrer Position als wichtigster Oppositionspartei zur SED sowie ihrem Ja zur Deutschen Frage ließ uns auf hohen Wogen der öffentlichen Zustimmung schwimmen. Mit der kommenden Umbenennung in den gesamtdeutschen Namen SPD am 13. Januar 1990 wollten wir unseren erfolgreich scheinenden Weg in die kommenden Volkskammerwahlen auf dieser Woge konsequent fortsetzen. Das war der feste Plan – auf hohlem Untergrund.

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Hans Büchler

Foto: Süddeutsche Zeitung, 21.12.1994 / Fichtelgebirge

von Gunter Weißgerber

Es war Volkskammerwahlkampf in der DDR. Die SPD organisierte ihren ersten Wahlkampf unter der Überschrift Die Einheit gestalten und wollte diese über Artikel 146 GG (Dieses Grundgesetz verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist. Bonn a. Rhein, am 23. Mai 1949) erreichen. Als gesamtdeutsche Sozialdemokraten befanden wir uns damit in der vorteilhaften Situation, unseren Wahlkampf nicht nur als freie aber eher unkundige Neupolitiker führen zu können.

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Bundesarchiv Bild 183-1990-0108-032, Leipzig, Montagsdemonstration, SDP-Anhänger.jpg

Der SED-Abgrenzungsbeschluss als faktische Voraussetzung gegen den Dritten Weg und damit für die Deutsche Einheit

von Gunter Weißgerber

Am 7. Oktober 1989 wurde die Sozialdemokratische Partei der DDR gegründet. War der Gründungsakt auch das Ergebnis langjähriger Vorbereitungsarbeit vor allem von Martin Gutzeit und Markus Meckel im gefährlichen Untergrund, so war es ebenso ein von vielen politisch dem SED-Regime kritisch bis ablehnend gegenüberstehenden Ostdeutschen lange erwartetes Ereignis. Darunter waren viele, die ebenso eigene Vorstellungen über eine ostdeutsche Sozialdemokratie hatten und die den Gründern von Schwante nur den organisatorischen Vorlauf lassen wollten, weil es keinen Sinn machte, das Rad mehrfach zu erfinden, um es dann unter zusätzlichen Geburtswehen analog denen der Lassalleaner und Eisenacher 1875 in Gotha zu vereinigen.

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