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von Johannes R. Kandel

Ed Husain ist Schriftsteller und bekannt geworden durch seine autobiografischen Aufzeichnungen über sein Leben als Islamist in England und seinen Ausstieg (The Islamist, 2007). Er ist zurzeit außerplanmäßiger Professor an der Georgetown Universität in Washington DC.

Husains Familie stammt vom indischen Subkontinent, der Vater aus Indien und die Mutter aus Ost-Pakistan (seit 1971 Bangladesch). 1961 kam der Vater als junger Mann auf Arbeitssuche nach England, gründete eine Familie und erzog seine Kinder im islamischen Glauben (Ed war der Älteste). Er war ein frommer Muslim und verehrte diverse Sufi-Meister aus der Heimat. Ed folgte ihm in dieser betont spirituellen Richtung nach, geriet aber in die Kreise militanter Islamisten, aus denen er sich nach Jahren harter Auseinandersetzungen schließlich lösen konnte.

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von Gunter Weißgerber

Josef Kraus, 1987 bis 2017 Präsident des Deutschen Lehrerverbandes und in dieser Funktion ein vor wenigen Jahren noch so beliebter wie kantiger und kompetenter Teilnehmer an TV-Diskussionen und Talk Shows wurde in der Öffentlichkeit rar. Obwohl er noch immer Wertvolles beizutragen hat. Die deutsche einseitige Medienwelt verarmt zusehends. Josef Kraus ist einer der vielen klugen Leuten, die aus dem Diskurs ›entschwunden wurden‹. Wo er zu sehen war, kam streitbare Kompetenz in Bildungs-, Erziehungs- und Sprachfragen auf den Bildschirm. Seine politische Heimat im Wählerumfeld einer ehemals klar aufgestellten CSU war für mich nie ein Hindernis, sich nicht an ihm, seinem Wissen, seiner Logik und seinen Positionen zu erfreuen. Inzwischen kam ihm seine politische Heimat so abhanden wie es seit 2015 vielen Millionen von Union- und SPD-Wählern erging. Deutschlands Statik ist stark verbogen. Daran sind nicht nur viele ›Regierige‹ schuld, der Autor sieht das Versäumnis auch bei vielen Regierten – bei deutschen Untertanen.

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Eine Kritik der antiwestlichen Kulturrevolution

Herbert Ammon

I.

Der Begriff ›Cancel Culture‹ (›Kultur des Streichens‹) kann als klassisches Oxymoron, Begriff für einen zugespitzten sprachlich-gedanklichen Widerspruch, gelten: Mit Kultur, Aufklärung und Demokratie, hat die Praxis, die freie Rede zu unterdrücken, nichts zu tun. In Deutschland fand der Terminus im Gefolge einer medialen Empörungskampagne gegen den Kabarettisten Dieter Nuhr und dessen Kollegin Lisa Eckhart Verbreitung. In den USA, wo das Recht auf ›free speech‹ im ersten Verfassungszusatz verankert ist, sowie allgemein im angloamerikanischen Raum wird die in den Hochschulen und in den Medien grassierende Einschränkung der Meinungs- und Redefreiheit ergänzt durch Begriffe wie ›Call-out Culture‹ und ›Deplatforming‹. Gemeint ist die nicht selten von gewaltsamen Angriffen auf Personen begleitete Methode ›linker‹ Aktivisten, Vorträge zu unliebsamen Themen zu verhindern oder abzubrechen. Eine weitere Zuspitzung erfährt die Cancel Culture im Zeichen von ›wokeness‹ bei unfriedlichen Protesten und spektakulären Aktionen wie dem Abriss oder der Verunstaltung historischer Denkmäler – von Christopher Columbus über Robert E. Lee bis hin zu Abraham Lincoln.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.