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von Felicitas Söhner

Unsere Gesellschaft wird älter und steht vor der Frage, den gesellschaftlichen Folgen des demografischen Wandels zu begegnen; gleichzeitig wird kaum ein sozialer Prozess so disparat diskutiert. Fragen der unterschiedlichen generationalen Prägung und damit zusammenhängendes Konfliktpotential beschäftigen die Forschung nicht zuletzt seit dem Demografiebericht der Bundesregierung (2011) und gelten nach wie vor als aktuell. Wie sich diese Prozesse in der Arbeitswelt auswirken, betrachtet Tobias R. K. Heller im Rahmen seiner Soziologiestudien anhand der Situation in institutionalisierten Organisationen und Unternehmen. Heller geht von drei zentralen Elementen aus, die institutionalisierte Organisationen auszeichnen: eine spezifische Zweckorientierung, eine geregelte Arbeitsteilung sowie eine klare Abgrenzung innerhalb und außerhalb der Organisation. Die Transformation der Arbeitswelt versteht er als einen multifaktoriellen Prozess.

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von Gunter Weißgerber

»Am 17. September 1852 fuhren meine junge Frau und ich, nach einer Reise von 28 Tagen, an Bord des prächtigen Paketschiffes ›City of London‹, in den Hafen von New York ein. … Mehrere hundert Auswanderer fuhren im Zwischendeck, aber nur ungefähr zwanzig Passagiere in der Kajüte, unter diesen ein Professor der Universität Yale und mehrere New Yorker Kaufleute. Ich war noch nicht imstande, mich in englischer Sprache zu unterhalten, doch, da der Yale Professor etwas deutsch sprach und zwei oder drei von den New Yorker Kaufleuten ein wenig Französisch verstanden, gab es der lebhaften und erheiternden Unterhaltung genug. … Der Tag, an welchem wir im New Yorker Hafen ankamen, hätte nicht herrlicher sein können. Die Bucht und die sie umgebenden Inseln strahlten förmlich in sonniger Pracht. … Am Ufer von Staten Island entlang segelnd, … fragte ich einen von meinen Mitpassagieren, welche Sorte von Leuten in diesen hübschen Wohnungen lebten. ›Reiche New Yorker‹, sagte er. ›Und wieviel muß ein Mann besitzen, um ein reicher New Yorker genannt zu werden?‹ ›Nun,‹ antwortete er, ›ein Mann, der so ungefähr 150,000 oder 200,000 Dollar oder ein festes Einkommen von 10,000 bis 12,000 Dollar hat, würde als wohlhabend betrachtet werden. Natürlich gibt es Männer, die mehr als das – sogar eine oder zwei Millionen oder gar noch mehr – besitzen.‹ ›Gibt es viele solche in New York?‹ ›O, nein, nicht viele, vielleicht ein Dutzend, aber die Zahl der Leute, die wohlhabend genannt werden könnten, ist groß.‹ ›Und gibt es viele arme Leute in New York?‹ ›Ja, einige, meistens neue Ankömmlinge, glaube ich. Aber in vielen Fällen würde, was man hier als Armut ansieht, in London oder Paris kaum so genannt werden. Es gibt fast keine hoffnungslos Arme hier. Es wird gewöhnlich angenommen, daß niemand arm zu sein braucht.‹«(aus Carl Schurz: Lebenserinnerungen, Zweiter Band, S. 1-3, Berlin, Druck und Verlag von Georg Reimer 1907)

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von Helge Buttkereit

Die Linke in der alten Bundesrepublik hat den Notstand immer bekämpft. In den 1960er Jahren mobilisierte alte und neue Linke gemeinsam gegen die Notstandsgesetze, in den 1970er Jahren gegen den Atomstaat und bis in die 1980er Jahre ging es immer wieder gegen den ›Notstand der Demokratie‹. Wer so lange aktiv ist wie Peter Nowak, der erinnert sich daran. Angesichts der aktuellen Krise konstatiert er: Diese Zeit sei vorbei, der Notstand sei auch in der Linken und bei den Linksliberalen salonfähig geworden, als sie überall den Klimanotstand ausrufen ließen.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.