Eichengrün Ernst

Ehemaliger SPD-Politiker, geb. 1934, 1967-69 Bundessekretär der Jusos. Von 1972 bis 1991 war er Leiter der Abteilung Politische Bildung im Gesamtdeutschen Institut, von 1982 bis 1991 dessen Vizepräsident.

Zwischenrufe

Als ich vor einiger Zeit las, dass Afghanen als Grund für ihre Flucht vermehrt ihre Zugehörigkeit zu den Taliban angeben, hielt ich das für eine der vielen skurrilen Randerscheinungen des Migranten-Stadls.

Doch am Montag, bei Plasberg, als es um die Probleme und Hemmnisse der Abschiebungen ging, hörte ich mehr darüber:
Leute von den Taliban und dem IS wurden im Zuge der Willkommenspolitik ins Land gelassen. Tatsächlich gab und gibt es eine größere Zahl solcher Fälle, mehrere Hundert. Der anwesende baden-württembergische Innenminister hat das nicht dementiert.

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Freitag Abend in den »Tagesthemen«:

BM Maas nimmt zu Seehofers Haltung zur Migration Stellung und sagt beruhigend, Migration sei so alt wie unser Planet. (ab Minute 8)

Eine interessante These, auch wenn es Menschen natürlich noch nicht so lange gibt wie unsere Erde. Selbst die Dinos gab es ja nicht gleich zu Anfang. Aber vielleicht meint Maas ja die frühen Einzeller.

Denkt er etwa an den homo sapiens? Oder an dessen Vorgänger, den Neandertaler? Beide waren ja emsige Wanderer. Doch was passierte, als der homo sapiens dem Neandertaler folgte? Sie kamen erst mal einigermaßen miteinander aus, doch dann war der Neandertaler weg vom Fenster. Braucht uns nicht unbedingt zu passieren, denn damals waren die Neuen den Alten ja intellektuell überlegen.

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Ob Herr Maaßen klug und richtig gehandelt hat, sei dahingestellt. Sicherlich ist da noch Klärungsbedarf. Doch was mich bestürzt, das ist das Gewicht, das von Medien und Politikern der Sache beigemessen wird. Wir kennen das ja schon, dass manche Journalisten sich gerne feiern lassen, wenn sie sich den Skalp eines von ihnen erlegten Prominenten an den Gürtel heften können. Wenn Harry Potter, alias Kevin Kühnert, gar fordert, die Koalition deswegen platzen zu lassen, dann zeigt das nur, wie sehr die ganze Angelegenheit über die Maßen dramatisiert wird.

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