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von Heidi Bohley

Jörg Bernig, parteilos, Bürger von Radebeul, Autor und Kunstpreisträger der Stadt, war am 22.Mai 2020 in freier und geheimer Wahl mit einer Mehrheit aus drei Fraktionen zum neuen Kulturamtsleiter gewählt worden. Durch Indiskretion aus den Reihen der Wahlunterlegenen wurde das Ergebnis bereits vor der offiziellen Verkündung bekannt.

Auf dieser Grundlage initiierte ein ortsansässiger Jazzmusiker einen Offenen Brief gegen die Wahl von Bernig, den 426 Menschen, überwiegend aus dem Kulturbereich, unterzeichneten. (Stand 10.6.2020) Bernig sei neurechts und habe in der Vergangenheit mit islamkritischen Äußerungen »Wut und Hetze in der Bevölkerung geschürt«. (Offener Brief Radebeuler Kunst- und Kulturschaffender sowie Kulturliebhaber, zur Wahl Dr. Jörg Bernigs zum neuen Kulturamtsleiter vom 22.05.2020; https://radebeuler-kultur.de/)

Der Oberbürgermeister gab dem Protest nach, legte Widerspruch gegen das Votum des Stadtrats ein und forderte ihn auf, die Wahl zu wiederholen. Da der bereits gewählte Bernig nicht bereit war ein zweites Mal zu kandidieren, wurde die im Mai unterlegene Gabriele Lorenz am 15. Juni 2020 in Abwesenheit zur neuen Kulturamtsleiterin gewählt. Ist der Radebeuler Skandal damit beendet?

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von Lutz Götze

Der Wirbel um die, im Nachhinein, wieder zurückgenommene Bestellung des sächsischen Dichters Jörg Bernig zum Kulturamtsleiter der Stadt Radebeul hält an. Eine zweite Wahl soll Klärung schaffen. Bernig war ursprünglich bereit, erneut zu kandidieren.

Im Protestschreiben des Radebeuler Kulturvereins hieß es:

»Die Wahl Dr. Jörg Bernigs ist ein folgenschweres Zeichen für den Stellenwert der Kultur in unserer heutigen Zeit. Wir befürchten, dass dieser Kulturamtsleiter die freiheitliche Ausübung von Kunst und Kultur behindern oder einengen könnte.« Ähnlich äußerte sich der Präsident der Sächsischen Akademie der Künste, Holk Freytag: »Ich bringe die von Herrn Bernig vertretenen Positionen, etwa zur Migrationspolitik der Bundesregierung, nicht mit den Anforderungen an einen Kulturamtsleiter in Deckung«.

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von Herbert Ammon

Die Kommentare zu den Gewaltszenen, die sich in Reaktion auf den durch einen weißen Polizisten zu Tode gebrachten Afroamerikaner George Floyd in zahllosen amerikanischen Städten abspielten, bleiben weithin vordergründig. In den deutschen Medien herrscht vor allem Empörung über Donald Trump, der vor der traditionsreichen St. John’s Episcopal Church unweit des Weißen Hauses mit einer hochgehaltenen Bibel posierte, um im Hinblick auf die Wahlen im November seiner Anhängerschaft unter den weißen Evangelikalen zu imponieren.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.