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von Heinz Theisen

Mit der Niederlage in Afghanistan sind der kulturelle Universalismus und der politische Globalismus des Westens ans Ende gekommen. Statt utopischer Visionen würde eine neue Strategie der Abgrenzung und Koexistenz gebraucht, mit der es dem Westen vor allem um seinen eigenen Schutz gehen müsste.

Der auch mit dem Universalismus westlicher Werte begründete Interventionismus ist in Afghanistan an seinen Illusionen über dem Islam gescheitert. Nach zwanzig Jahren vergeblichen Einsatzes steht der Westen aufgrund seiner Substanzverluste und seiner schmählichen Kapitulation sicherheitspolitisch schlechter da als im Jahr 2001. Der entfesselte Islam hat einen historischen Sieg über den Westen errungen. Er wird uns in Zukunft noch mehr gefährden als bisher.

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von Herbert Ammon

Was sich in diesen Tagen in Kabul abspielt, und was mutmaßlich noch über Jahre das Land am Hindukusch prägen wird, war vorauszusehen. Wir erleben die Wiederholung eines klassischen Lehrbeispiels der Geschichte, und zwar die Niederlage des Westens oder der aufgeklärten Moderne gegen die Kräfte der Tradition oder des ›finsteren Mittelalters‹. Der schmähliche Abzug der Amerikaner, der Deutschen und anderer ›Westler‹ erscheint auf den ersten Blick als Reprise der chaotischen Flucht aus Saigon anno 1975. Es handelt sich indes um nicht identische Vorgänge.

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von Peter Brandt

Meine Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde!

Dies ist keine geschichtswissenschaftliche Fachtagung. Sie möchten angesichts der seit etlichen Jahren wieder wachsenden zwischenstaatlicher Spannungen in der Welt, auch in Europa, aus Anlass dieses Jubiläums – 75 Jahre Potsdamer Konferenz – ein politisches Signal aussenden: Wir brauchen internationale Verständigung, ein gesamteuropäisches Sicherheitssystem und Abrüstung, in Gang zu setzen durch eine neue Entspannungspolitik. Ich teile dieses Anliegen voll und ganz.

Meine Aufgabe besteht indessen darin, einleitend das Ereignis vorzustellen und in seinen historischen Zusammenhang einzuordnen. Wie in allen Wissensgebieten wird es desto komplexer und häufig auch komplizierter, je genauer man die Ereignisse und die dahinter stehenden Strukturen und Prozesse in den Blick nimmt. Könnte man aus der Geschichte gar nichts lernen, dann wäre sie allerdings wirklich nur eine Angelegenheit für Fachgelehrte und deren interne Streitigkeiten.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.