Von Manfred Brückels - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10819238

von Richard Schröder

Petra Köpping hat in diesem Buch ihre Forderung nach einer Wahrheitskommission für die Nachwendezeit untermauert, die das Unrecht und die Kränkungen zur Darstellung bringen soll, die Ostdeutschen namentlich durch die Politik der Treuhandanstalt widerfahren seien. Denn diese habe im Interesse der westlichen Konkurrenz überlebensfähige ostdeutsche Unternehmen ruiniert, dadurch Existenzen vernichtet und Lebensleistungen zerstört. Jene Demütigung transformiere sich nun in den Hass und die Wut ostdeutscher Demonstranten, etwa bei Pegida.

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von Holger Czitrich-Stahl

Wenn Alexander Dobrindt (CSU) zum Jahresbeginn von einer bevorstehenden ›konservativen Revolution‹ schwadronierte, so bediente er mit diesem Terminus typische Denkbilder eines Diskurses, der ›1968‹ ausschließlich als ein Synonym für kulturellen Niedergang, Abwendung von der Leistungsgesellschaft, schlechte Manieren, Multikulti, Feminismus usw. thematisiert und negativ fixiert. Hierin wissen sich eingefleischte Traditionskonservative und deutschalternative Neocons einig. Der Deutungskampf um die ›Chiffre 1968‹ (Wolfgang Kraushaar) ist längst in vollem Gange, und momentan befinden sich die Gegner der Kulturrevolution von vor fünfzig Jahren in der Offensive.

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von Jürgen Hofmann

Mit seinem Titel greift der Autor einen lakonischen Kommentar auf, den ein Unbekannter als Graffito an Berliner Gemäuer hinterlassen hatte. Für einen Staat, den es nie gab, ist der politische, institutionelle, finanzielle und personelle Aufwand seiner Erforschung und Deutung enorm. Er übertrifft bei weitem die Aufmerksamkeit, die der Geschichte der Bunderepublik gewidmet wird. Fußnoten der Geschichte können offensichtlich einen erstaunlichen Nachhall entwickeln. Dabei steckt die DDR-Forschung der zurückliegenden Jahrzehnte in einer politisch gewollten und sich selbst reproduzierenden Sackgasse. Renommierte Zeithistoriker haben das längst bemerkt und verlangen deshalb nach »neuen Perspektiven auf ein altes Thema«. (Siehe Ulrich Mählert, Hg.: Die DDR als Chance. Neue Perspektiven auf ein altes Thema, Berlin 2016) Zukunft wird DDR-Geschichte als historische Disziplin nur haben, wenn sie aus der Umklammerung durch politische Interessen heraustritt.

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