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von Gunter Weißgerber

Es wurde Zeit! Berlin, Deutschland, die Europäische Union sind nicht der Nabel der Welt. Unsere gewohnte Perspektive ist die von Fröschen, die von ihrem Seerosenblatt über den Teich schauen. Von anderer Stelle aus, bereits wenige Zentimeter weiter, ist die Perspektive anders, stehen die mehr oder weniger auffälligen Punkte anders und in anderem Verhältnis zueinander. Die Welt mit den Augen der anderen betrachten, das sollte man sich öfter gönnen. Besonders wenn es um Geschehnisse weltweiter Relevanz geht. Dan Dinner sei beglückwünscht zu dieser Idee und zu diesem Buch!

Vor einiger Zeit war ich zwei Jahre fast ununterbrochen geschäftlich in der Türkei unterwegs. Durch das Geschäftliche bedingt waren es weniger die touristischen Stätten, die ich kennenlernte. Es war ein Zug durch die türkische Gesellschaft von unten nach oben, von links bis rechts und quer. Es liegt in der Natur der Sache, dass es neben den notwendigen geschäftlichen Gesprächen, die ihrerseits einen sehr guten Einblick in das wirtschaftliche und soziale Denken ›der Türken‹ in der Türkei gaben, am Rande immer wieder aktuelle, historische und zwischenmenschliche Themen berührt wurden. Und plötzlich merkte ich, dreitausend Kilometer Luftlinie weiter südöstlich handelt es sich um dieselbe Welt und doch wird sie in jeder Hinsicht aus einer anderen Perspektive wahrgenommen. Auch und besonders die beiden Weltkriege.

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Preußens Gloria: Schlachten für die deutsche Einheit

von Immo Sennewald

Höhepunkt des Krieg ist die Gefangennahme und Kapitulation des französischen Kaisers Napoleon III., und als sein wichtigstes Resultat erscheint in Schulbüchern gemeinhin die Proklamation des Deutschen Kaiserreiches im Spiegelsaal des Versailler Schlosses. Das Geschehen ist in Archiven und Sammlungen sehr gut dokumentiert, darüber hinaus auch in den damaligen Zeitungen. Die Ära der Massenmedien hat begonnen: Illustrationen – meist Stiche nach Photographien – steigern Reichweiten, Attraktivität und Wirkung der Presse enorm, sie werden das Entstehen und den Verlauf kommender Kriege mitbestimmen. Wie groß die Bedeutung der Propaganda seinerzeit schon war, lässt ein Bericht der ›Gartenlaube‹ aus den Anfangswochen des Krieges erkennen. (Aus den Tagen des Kampfes. Wochen-Rapport Nr. 1. in: Die Gartenlaube, Heft 34, S. 544–546)

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Reflexionen über die Russische Revolution

von Herbert Ammon

I

Seit der Französischen Revolution zerfällt das Nachdenken über dieses grundstürzende Ereignis der europäischen Geschichte in drei Lager: in ›rechte‹ Konterrevolutionäre, in ›linke‹ Apologeten, die im Anschluss an Hegel und/oder Marx an den dialektischen Sinn des blutigen Geschehens glauben, sowie in Liberale, die mit Guillotine und Terror zwar nichts im Sinn haben, aber die Revolution faktisch und geschichtsphilosophisch in Kauf nehmen. Man trifft die drei Parteien seit 1789 in ganz Europa, maßgeblich jedoch auf den beiden Hauptschauplätzen des revolutionären Umsturzes: in Frankreich und in Russland.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.