von Horst Heimann

Die Kapitalismuskritik von Wolfgang Streeck und Jürgen Habermas

Das kapitalismuskritische Buch von Wolfgang Streeck (2013a) und die kapitalismuskritischen Aufsätze von Streeck (2013b) und Jürgen Habermas (2013) erregten in den Medien mehr Aufmerksamkeit als es für anspruchsvolle wissenschaftliche Bücher und Zeitschriftenaufsätze üblich ist. Wo liegt die Ursache für dieses starke Interesse? Legten die Autoren völlig neue, weltumwälzende Erkenntnisse vor, die noch nie jemand zu veröffentlichen gewagt hatte? Nein, im Gegenteil: Die lebhafte Resonanz folgt sogar aus der Tatsache, dass sich beide Autoren mit ihrer dezidiert kapitalismuskritischen Interpretation unserer Gesellschaft vollkommen im wissenschaftlich-publizistischen Mainstream unserer Zeit, also des Zeitgeistes bewegen, auch in Übereinstimmung mit der großen Mehrheit der Gesamtbevölkerung.

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von Ingo Schmidt

Unerwartet und ohne Bedingungen hat das Nobelpreiskomitee in Oslo der EU politischen Kredit gegeben. Die Vergabe des Friedensnobelpreises unterscheidet sich deutlich von dem Gebaren, das EU-Troika und Gläubiger den Schuldnerländern der EU gegenüber an den Tag legen. Da werden Kredite verweigert, bis das gesamte Finanzsystem der EU, und damit auch die ausstehenden Forderungen der Gläubiger, am Rande des Abgrunds stehen.

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von Lutz Götze

Reflexionen über die Zeit beherrschen das philosophische Denken wie auch das Regeln von Alltagsproblemen seit altersher (eine historische Darstellung dessen findet sich in Götze 2004, 2011). Freilich ist die Frage des Augustinus, was eigentlich Zeit sei, bis heute nicht beantwortet. Der Kirchenvater hatte geschrieben, er wisse zwar des Rätsels Lösung, könne sie aber nicht in Worte fassen und einem Anderen deshalb nicht erklären. Mit heutigen Worten hatte er damit auf den Unterschiede von deklarativem und prozeduralem Wissen hingewiesen.

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