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von Siegfried H. Seidl

Die Bundestagswahl 2021 bleibt spannend. Nach den neuesten Umfragen, wenige Wochen vor dem Wahlstichtag, führt die SPD deutlich vor CDU/CSU. Olaf Scholz könnte Kanzler werden. Das Anti-Merkel-Lager ist aufgewühlt. Kommen nach dem offiziellen Abgang von Angela Merkel jetzt auch noch die Kommunisten in die Regierung, ob in Form der Linkspartei oder mit dem Parteigenossen Kevin Kühnert? Auch eine sog. Ampel (Rot-Gelb-Grün) schreckt ab, denn – so die Narration – die FDP könnte gegen zwei linke Parteien in der Regierung nichts durchsetzen. Schließlich gibt es noch die nicht aufgearbeitete Cum-Ex-Geschichte, in der dem SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz schwere Vorwürfe gemacht werden wegen einer Steuer-Niederschlagung zugunsten einer Hamburger Privatbank (zu Zeiten eines Franz-Josef Strauß nannte man das ›Freunderlwirtschaft‹).

von Malca Goldstein-Wolf

Ich bin stolz auf die Dinge, die ich aus eigener Kraft erreicht habe. Ich bin nicht stolz darauf, Deutsche zu sein.

Die deutsche Geschichte weist ein düsteres Kapitel unfassbarer Unmenschlichkeit auf, das darf aber nicht bedeuten, dass man dieses Land nicht lieben darf, dass man die deutsche Kultur ablehnen muss und sich dem Land gegenüber, in dem man lebt, feindlich verhalten soll. Das Unrecht der Vergangenheit nicht zu vergessen, ist wichtig. Dennoch gibt es auch viele Dinge, die dieses Land liebenswert machen und für die es sich zu kämpfen lohnt.

von Gunter Weißgerber

Es bleibt interessant. Nie waren die Prognosen unsicherer. Das ehemals stabile deutsche Parteiensystem ist löchrig wie ein Schweizer Käse. Angela Merkel mit ihrem Gründrall inklusive des Jahrtausendfehlers ›Grenzöffnung 2015‹ und die SPD mit ihrem Politikersatz namens ›Kampf gegen rechts‹ statt Wirtschaftspolitik für ihre Stammwählerschaft zu machen, stehen vor einem für die Geschichte der Bundesrepublik einmaligen Scherbenhaufen. Wechselten sich beide politische Richtungen über Jahrzehnte mit Wahlergebnissen um die vierzig Prozent ab, so hat sich die SPD bei um die fünfzehn Prozent selbst verzwergt und CDU/CSU hoffen 2021 wenigstens dreißig Prozent zu erreichen. Beide möchten, den Bundeskanzler zu stellen. Die Union als Seniorpartner mit den Grünen oder der FDP und die SPD als Seniorpartner in einer Koalition der Habenichtse mit den Grünen und den Linken. Chancen hat hierbei jedoch tatsächlich die Union. Auf die künftige Politik hätte es marginale Auswirkungen, ob die Union mit der FDP oder den Grünen regieren würde. Mehr oder weniger grün sind fast alle Parteien. Allerdings würde es mit den Grünen in der Regierung extremer als mit der FDP. Das Regime der Klimaangst wird jedoch in jedem Fall Bestand haben.