
von Markus C. Kerber
Szenen einer Ehe
Mit der Biografie über Gretha von Jeinsen der verehelichten Gretha Jünger (1906 – 1960) legt Ingeborg Villinger einen wichtigen Beitrag zur Erschließung des Werkes von Ernst Jünger und seiner Persönlichkeit vor.
Gewiss ist es nicht die Intention der Autorin gewesen, zu eben diesem Werk lediglich ein Mosaiksteinchen zu liefern. Es geht ihr vielmehr darum, die Eigenständigkeit der begabten Gretha von Jeinsen, die als Pianistin und Bühnenkünstlerin sowie als Briefschreiberin frühzeitig ihre Talente erkannte und manifestierte, zu würdigen. Gleichwohl gerät angesichts der Bedeutung des Jüngerschen Werkes und der Einzigartigkeit seiner Persönlichkeit auch der gute Wille, durch eine gewichtige Biografie, die Rolle der Frau an seiner Seite ins angemessene Licht zu rücken, stets zum complément der Würdigung des Jahrhundertschriftstellers.
von Ulrich Schödlbauer
Den Darm mit Rotz genährt, das Hirn mit Lügen –
Benn
So mancher Scherz sah manchen Scherz verrecken,
und mancher Nerz ––
Komm, lassen wir davon!
Man soll die Nacht nicht vor dem Frühstück loben
und keiner weiß, was morgen auf den Tisch kommt.
von Immo Sennewald
»Die unterhaltendste Fläche auf der Erde für uns ist die vom menschlichen Gesicht.«
Das sagte der Physiker, Philosoph und Schriftsteller Georg Christoph Lichtenberg fast 250 Jahre bevor Selfies und Videos, erzeugt mit hunderten Millionen Kameras in Smartphones, verbreitet über Kanäle der ›social media‹ die Welt fluteten. Ein gewaltiger Schub in der Geschichte der Bildermedien, die seit dem 19. Jahrhundert nur eine Richtung kannten: mehr, besser, billiger. Natürlich zogen Gesichter schon viel früher das Augenmerk auf sich, und das eigentlich ›Unterhaltende‹ daran ist bis heute zweierlei:
Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Front: ©2024 Lucius Garganelli, Serie G