...neulich im Einstein

 es war zufällig der Tag, an dem vor vierzig Jahren [!] Adorno das Zeitlich segnete, kam wie selbstverständlich ein Bilanzbegehren über mich, denn auch ein ungläubiger Christenmensch kann sich dem biblischen Bann der Vierzig Jahre kaum entziehen.

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...neulich im Einstein

 – als ich es einem Kommilitonen aus Padua zeigte –, mussten wir über eine herrliche (deutsch)sprachliche Fehlleistung von ihm lachen. … Er führte mir gerade übersprudelnd Beispiele massenmedialer berlusconischer Niederungen in der intellektuellen Italianitá vor und prägte dann das aufschlussreiche Wort von der verhängnisvollen politischen Termitologie, die schier unaufhaltsam den italienischen Geist dominiere.

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139 plus minus eins

von Christoph Jünke

 Es gibt nur wenige Fragen, die die menschliche Vorstellungskraft in solche Höhen und Tiefen zu treiben vermögen wie die Frage nach dem Sinn des Lebens. Und doch stellt sie sich als ewige, als zutiefst menschliche Frage realiter nicht jeden Tag. Im Alltagstrott nicht sehr beliebt, drängt sie sich in den Zeiten individueller wie kollektiver Krisen, in Zeiten des individuellen wie kollektiven Bruchs und Überganges geradezu auf. Ob individuell oder kollektiv, ob in der Pubertät, der Midlife-Krise, vor dem Lebensabschluss oder in Zeiten passiver wie aktiver revolutionärer Gesellschaftstransformationen: »Die große Sinnfrage taucht meist in Zeiten auf, in denen bislang als gesichert geltende Rollen, Überzeugungen und Konventionen in eine Krise geraten.«

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