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von Siegmar Faust

Berlin in der Adventszeit 2020

Liebe Pamela Biermann,

liebe Biermann-Freunde,

liebe Freunde und Gegner von mir!

 

Bestimmt habt Ihr Euch die Panorama-Sendung in der ARD vom 26. November 2020 ange-sehen. Der 1977 geborene Mainstream-Journalist Gabor Halasz, deutsch-ungarischer Ab-stammung, aber in Leipzig aufgewachsen, hat diese Panorama-Sendung »DDR-Bürgerrechtler: Vom SED-Gegner zum Corona-Leugner« gestaltet.

Es fängt gleich beleidigend an, denn in der Ansage wird behauptet:

»Ehemalige Bürgerrechtler der DDR. Und heute? Widerstandskämpfer aus… Ja, Langeweile, Geltungssucht?«

Eigentlich ist das noch harmlos, eingedenk dessen, dass heute so gern und oft mit der Nazi-Keule herumgeknüppelt wird, strukturell sozusagen …

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von Helge Buttkereit

Die Linke in der alten Bundesrepublik hat den Notstand immer bekämpft. In den 1960er Jahren mobilisierte alte und neue Linke gemeinsam gegen die Notstandsgesetze, in den 1970er Jahren gegen den Atomstaat und bis in die 1980er Jahre ging es immer wieder gegen den ›Notstand der Demokratie‹. Wer so lange aktiv ist wie Peter Nowak, der erinnert sich daran. Angesichts der aktuellen Krise konstatiert er: Diese Zeit sei vorbei, der Notstand sei auch in der Linken und bei den Linksliberalen salonfähig geworden, als sie überall den Klimanotstand ausrufen ließen.

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von Ulrich Schödlbauer

»Wissen Sie –« »Nein!« So beginnt in den Tagen des Wahns jeder ehrliche Disput unter Couragierten: Die einen haben etwas zu sagen und die anderen wissen es zu verhindern. Haben sie nichts zu sagen? Wenn es nur das wäre! Die Gesprächsverweigerer finden, alles sei gesagt. Sie können sich bloß entweder nicht richtig daran erinnern oder wiederholen gebetsmühlenartig immer dieselben Brocken, die sie aus der Alltagssuppe, genannt Publizistik, gefischt haben, nicht bedenkend, was alles noch in ihren trüben Tiefen lagern könnte. Man könnte also meinen, so wird das nichts mit dem Disput. Da Disput aber sein muss, schon um der Formate willen, die von den Öffentlich-Rechtlichen ausgefüllt werden müssen, besetzt eine über dem Pandämonium schwebende Regie die Stühle der Andersdenkenden (Fachleute, die nicht zu Wort kommen sollen, weil ihre Ansichten ›irgendwie‹ anders klingen als die obligatorischen Gebetsmühlenbrocken derer, die ohnehin Bescheid wissen, weil ihnen irgendwann der Bescheid zugegangen ist und jetzt im Innenohr piept) mit Stellvertretern, die auch Bescheid wissen, aber darüber hinaus ein weites Herz besitzen, in dem auch ein paar Bedenken Platz haben, die heraus müssen, sobald die Situation es erfordert. »Ich finde, Corona verlangt uns allen Opfer ab.« »Wollen Sie andeuten, es ginge auch ohne?« »Nein, das denke ich nicht. Aber…« So schwadroniert es sich endlos, bis irgendein Terrorschütze oder eine US-Wahl kurzfristig einen Themenwechsel erzwingt. Dann geht es weiter.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.