von Peter Brandt

Vom 6. bis 8. April 1917 tagte in Gotha die zweite Reichskonferenz der innersozialdemokratischen Opposition, hauptsächlich Delegierte aus 91 Wahlkreisen, daneben 15 SPD-Reichstagsabgeordnete und vier sonstige Teilnehmer, um die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) zu gründen. In Absetzung von der Mehrheitssozialdemokratie erneuerte dieser Gründungsparteitag (der auf Anordnung der Militärbehörden unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand) die grundsätzliche Gegnerschaft der Vorkriegs-SPD zum bestehenden politischen und sozialen Herrschaftssystem, ergänzt um den Krieg und die Kriegspolitik der kaiserlichen Regierung. Das alte Statut der SPD wurde fast unverändert ebenso wie das Erfurter Programm von 1891 bis auf weiteres beibehalten.

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von Holger Czitrich-Stahl

Unter den Historikern der DDR gehörte Günter Benser (geb. 1931) zu den bedeutendsten. Er verfasste Monographien, gab Quelleneditionen zur Geschichte der kommunistischen Partei und Bewegung in Deutschland heraus und publizierte zur Arbeiterkultur, in deren Milieu er aufwuchs. Für sein in der DDR entstandenes Schaffen wurde Benser, der heute noch u.a. für den Förderkreis Archive und Bibliotheken der Geschichte der Arbeiterbewegung tätig ist, mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. Nach ›Wende und Anschluss‹, wie er das Zustandekommen der deutschen Einheit zuspitzt, setzte er sich mit der Geschichte der DDR und ihrer ›Abwicklung‹ auseinander, die er am Schicksal des Instituts für Geschichte der Arbeiterbewegung (IfGA) und dessen Auflösung durch die ›Treuhand‹ 2013 dokumentierte.

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Die Gefahren des Friedens. Zur Krise des Gesundheitswesens im Deutschland der Nachkriegszeit

von Felicitas Söhner

Der vorliegende Band entstand im Rahmen des Projekts »The reconstruction of the public health system in Germany up to 1949« am Birkbeck College der University of London. In einer vergleichenden Studie analysiert Jessica Reinisch das Ausmaß, in dem Charakter und Umfang der öffentlichen Gesundheitsarbeit in den jeweiligen Zonen von administrativen, politischen und wirtschaftlichen Faktoren geprägt wurden. Die Zeithistorikerin untersucht wie die Alliierten nach Ende des Zweiten Weltkriegs Fragen öffentlicher Gesundheit behandelten und wie sich deren Konzepte im Laufe der Zeit veränderten.

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