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von Malca Goldstein-Wolf

Ich bin stolz auf die Dinge, die ich aus eigener Kraft erreicht habe. Ich bin nicht stolz darauf, Deutsche zu sein.

Die deutsche Geschichte weist ein düsteres Kapitel unfassbarer Unmenschlichkeit auf, das darf aber nicht bedeuten, dass man dieses Land nicht lieben darf, dass man die deutsche Kultur ablehnen muss und sich dem Land gegenüber, in dem man lebt, feindlich verhalten soll. Das Unrecht der Vergangenheit nicht zu vergessen, ist wichtig. Dennoch gibt es auch viele Dinge, die dieses Land liebenswert machen und für die es sich zu kämpfen lohnt.

Wer meint, und das sage ich als Jüdin, aus der Geschichte gelernt zu haben, dass Schuld und Ablehnung die richtige Antwort auf die Gräueltaten des Nationalsozialismus sind, liegt in meinen Augen falsch. Deutschland hat es verdient, dass Politiker für Recht und Freiheit, für Einigkeit und Gleichberechtigung aller eintreten.

Das darf aber auf keinen Fall bedeuten, sich selbst zu verleugnen, aus falsch verstandener Toleranz denen das Ruder zu überlassen, die nicht verstehen wollen, dass zwar alle Menschen gleich sind, aber nicht alle Vorstellungen von einem demokratischen Miteinander kompatibel sind. Es gilt zunächst unsere Werte zu schützen.

Religionsfreiheit bedeutet nicht, vor einer Ideologie zu kapitulieren, die unsere Freiheiten (die der Frauen, der Juden, der Homosexuellen) einschränkt. Falsch verstandene Toleranz ist eine Lanze, die man gegen sich selbst richtet. Niemand ist gezwungen hier zu leben und wer dieses Land regieren möchte, dessen Antrieb sollte nicht sein, unsere Kultur abzuschaffen.

Deutschland darf und sollte eine eigene Identität haben, Abneigung gegenüber diesem Land und seinen Bewohnern ist weder eine akzeptable Grundvoraussetzung für Migranten hier zu leben, noch darf sie eine Motivation für Politiker sein, die antreten, dieses Land regieren zu wollen.

Es geht nicht um dumpfen Nationalstolz, aber ein gesundes Selbst-und Unrechtsbewusstsein sind Grundvoraussetzungen dafür, dass dieses Land sicher, demokratisch, lebenswert ist und bleibt.

Sich Politiker zu wünschen, die sich nicht scheuen immer dann eine klare Kante zu zeigen, wenn unsere Werte bedroht, Bevölkerungsgruppen in Gefahr sind, ohne dabei Menschlichkeit und Anstand denen gegenüber zu verlieren, die das nicht ausnutzen, sollte eigentlich nicht zu viel verlangt sein.

Linksextremismus ist ebenso inakzeptabel wie Rechtsextremismus, das scheint nur nicht überall angekommen zu sein.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.