von Peter Brandt

Eine terminologische Anmerkung vorweg: Wir sprechen von der ›Februar‹- und der ›Oktoberrevolution‹ als zwei unterschiedlichen Vorgängen, dabei handelt es sich um einen zusammenhängenden revolutionären Prozess. Für sich allein genommen könnte man zu dem Urteil kommen, die generalstabsmäßig vorbereitete und durchgeführte, als solche bemerkenswert unblutige und undramatische bolschewistische Machteroberung sei eine Art Staatsstreich gewesen. Aber man darf dieses Ereignis eben nicht isoliert betrachten. Es war ein Glied in einer längeren Ereigniskette, die nicht zwingend, aber mit einer gewissen Folgerichtigkeit dahin führte.

 Frauenkirche Dresden

von Herbert Ammon

I.

Es geht um die Schuld, um die deutsche Schuld, um die Dresdner Schuld und die korrekte Art des Gedenkens an die Dresdner Bombennacht und den Morgen des 13./14 Februar 1945. Der Verlauf des Gedenkens anno 2017 war abzusehen: Wenn hierzulande getrauert werden soll, kommt es in der Regel zur Inszenierung eines deutschen Trauerspiels, mit einigen – eingeplant – spontanen, ans Groteske reichenden Szenen, die den medial einbezogenen Zuschauer als Bürger, ›der schon länger hier lebt‹ (dixit Angela Merkel) ob ihrer Peinlichkeit mit Trauer, Scham und Bitternis erfüllen. Wie dieser Tage erneut angesichts der Bilder aus in Dresden.

Bundesarchiv B 145 Bild-F086568-0028, Leipzig, Bundestagswahl, Wahlwerbung.jpg

von Gunter Weißgerber

Auf einer Woge der Sympathie

Für die SDP endete das Jahr 1989 einfach nur traumhaft. Die alte Zugkraft der Sozialdemokratie in Verbindung mit ihrer Position als wichtigster Oppositionspartei zur SED sowie ihrem Ja zur Deutschen Frage ließ uns auf hohen Wogen der öffentlichen Zustimmung schwimmen. Mit der kommenden Umbenennung in den gesamtdeutschen Namen SPD am 13. Januar 1990 wollten wir unseren erfolgreich scheinenden Weg in die kommenden Volkskammerwahlen auf dieser Woge konsequent fortsetzen. Das war der feste Plan – auf hohlem Untergrund.

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