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Ob sich dieTürkei mit ihrer Aktion ins eigene Fleisch schneidet? Für Touristen aus dem Westen wird der Besuch sicherlich erschwert: Sie können sich nicht mehr frei und zu jeder Tageszeit in dem Gebäude bewegen, sie müssen sich den Regeln, die auch sonst für Besichtigungen von Moscheen gelten, unterwerfen, z.B. zu den vielen Gebetszeiten draußen bleiben und sich nicht von der geführten Gruppe lösen. Und ob die christlichen Fresken erhalten bleiben, ist ohnehin offen.

Hilflos muss die zivilisierte Welt zusehen, was in Istanbul geschieht. Emotionale Reaktionen helfen da nicht. Wir sollten uns auf die Person des Eroberers konzentrieren: Sultan Mehmed II., der 1453 ohne jede ethnische oder historische legitimation Konstantinopel eroberte – wie zuvor schon die umliegenden Gebiete. Die damaligen Gräueltaten werden auch heute noch nicht von den türkischen Ideologen kritisiert oder gar bedauert.

Was uns besorgen sollte, ist die Verehrung, die Mehmed II. heute noch genießt. Auch bei etlichen Türken hierzulande. Viele Moscheen in Deutschland sind nach ihm benannt, mit dem Zusatz ›Der Eroberer‹! Das klingt programmatisch – und das soll es wohl auch!

Hier müsste von uns aufgeklärt werden. In den Schulen und in der Öffentlichkeit. Wir leben ja ohnehin in einer Zeit, in der viele historische Namensgeber von Straßen kritisch hinterfragt werden. Da sollten wir uns auch die Politik des ›Eroberers‹ vornehmen, die heute noch als Programmvertanden werden kann. Warum also nicht in der Nähe der nach ihm benannten Moscheen Schilder mit der Kennzeichnung seiner Politik aufstellen?

 

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