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Hazel Rosenstrauch: Meine KuKri


… ein paar Tage weg gewesen, keine deutschen Zeitungen gelesen. Auf Youtube war ich auch nicht. Das hole ich jetzt nach. Das Video mit den Flüchtlingen, die nach Spielfeld eindringen (tausend, Hunderte? Die genannte Zahl habe ich mir nicht gemerkt, aber es waren sehr viele) ist ebenso beängstigend wie die Meinungen derer, die von der »Flut«, »Welle« und »Masse«, von kriminellen Arabern und einem geschlachteten und verspeisten Pferd erzählen. Ich höre, dass ein reiches Telekom-Unternehmen die Flüchtlinge steuert, Araber vor der Haustür oder im Schrebergarten deutscher Bürger pinkeln, sehe hier Horrorszenarien, da eine euphorische Willkommenskultur. Ob ich eine Meinung dazu habe?

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Vortrag bei der Veranstaltung zum Theodor Kramer-Preis im Adalbert-Stifter-Haus, Linz, 17. September 2015

»Unjüdische Juden« ist, oder war zumindest erst einmal, ein Schimpfwort. Es wurde von den Hütern der jüdischen Gesetze benutzt, um Menschen zu bezeichnen, die ihnen nicht jüdisch genug waren. Im 19. Jahrhundert waren Mitglieder der Reformgemeinden für die Orthodoxen unjüdische Juden, in der Weimarer Republik sprach man von Juden ohne Judentum. »Unjüdisch« waren all jene Juden, die sich an die Kultur ihrer Umgebung, sei sie deutsch, österreichisch oder russisch-sozialistisch, angepasst hatten, Juden die gar nicht oder nur die berühmten drei Tage in die Synagoge gingen (es gibt dafür den Ausdruck Drei-Tages-Juden), die sich als Rechtsanwälte, Bankangestellte oder Akademiker solange der deutschen Kultur zugehörig fühlten, bis sie von ihren Nachbarn, Vorgesetzten, Untergebenen und Kollegen rausgeschmissen und bespuckt wurden.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.