Kellmann Katharina

Katharina Kellmann ist Historikerin und Publizistin. Das Spek­trum ihrer The­men umfasst die deut­sche und euro­päi­sche Geschichte seit 1648, mit Beiträgen zur Revo­lu­tion von 1918/19, zur Geschichte des Libe­ra­lis­mus und der See­fahrt bis zum Bereich Mode und Kul­tur. – Homepage

Kolumne: Rubikon

von Katharina Kellmann

Der Historikertag in Münster macht sich Sorgen um den Bestand der Demokratie – nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Ich hoffe, dass die Menschen, die in anderen Erdteilen leben, diesen Aufruf des Gewissens dankend zur Kenntnis nehmen werden. Am deutschen Wesen soll eben die Welt genesen – vor allem, wenn es um eine gute Sache geht. Ich sehe schon, wie Herr Erdogan oder Herr Trump zittern.

Weiterlesen ... Der deutsche Historikertag und seine guten Absichten für die Zukunft

Was waren das noch für Zeiten? Alfred Dregger, in den siebziger und achtziger Jahren Frontmann der deutschen Nationalkonservativen in der CDU, warnte den deutschen Bürger vor den Sozis, die eine andere Republik wollten. Wenn in der ersten Hälfte der siebziger Jahre die Jungsozialisten ihren Bundeskongress abhielten, dann atmete der deutsche Reihenhausbesitzer (nicht selten ein eingeschriebener Sozialdemokrat) auf, wenn am Sonntagabend Willy Brandt verkündete, dass diese Beschlusslage für die Partei nicht verbindlich sei.

Weiterlesen ... Wer stört sich noch an der SPD?
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Erzählung von Katharina Kellmann

1913 löste die Zabernaffäre eine innenpolitische Krise im Kaiserreich aus. In der elsässischen Garnisonsstadt Zabern hatte ein deutscher Offizier, Leutnant Günter Freiherr von Forstner, einheimische Rekruten mit dem Schimpfwort »Wackes« bedacht. Dieses Wort – im Dienstgebrauch verboten – galt im Elsass als Beleidigung. Einige Rekruten informierten die Presse und wurden prompt bestraft. Herr von Forstner erhielt wenige Tage Stubenarrest, um die öffentliche Erregung zu dämpfen.

Weiterlesen ... »Immer feste druff«. Die Tagebücher des Leutnants Forstner