Steffen Dietzsch: Bannkreis

Das Einstein in der Kurfürstenstraße – mit Dependancen ›Unter den Linden‹ und in der Friedrichstraße – ist das schönste und legendärste Caféhaus Wiener Prägung in Berlin. Man findet dort die tägliche Weltpresse ebenso wie Leute ›von Welt‹ (oder solche, die sich dafür halten): ›Monde‹ & ›Demi-Monde‹ reichlich, glücklich vereint. Dort auch sitzt der Flaneur, trifft sich mit Leuten, mit denen er beruflich zu tun hat, liest Zeitung, sieht schönen Frauen nach, unterhält sich über Ausstellungen, Theater etc. Die Kolumne von Steffen Dietzsch, Bannkreis, versammelt – in loser Folge – die Resultate seines Flanierens: kleine Glossen, Artikel zur Sache.

...neulich im Einstein

 überraschte mich beim gelegentlichen Blick auf den derzeitigen Verlauf des Aufstands der Anständigen eine ihrer momentanen Frontbegradigungen: mit der rhetorisch-strategischen Frage Dürfen wir über Hitler u. Co. lachen wurden defätistische Kombattanten wie Charlie Chaplin, Lubitsch, ›Arturo Ui‹, Schlingensief, Karmakar, Radu Mihaileanu (Zug des Lebens) oder Roberto Benigni in die Etappe zurückversetzt. - Nun, der Ausfall mit Dani Levys Mein Führer brachte leider auch keine nennenswerte Klärung im Gerangel um dessen ›wirklich wahrste Wahrheit‹.

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...neulich im Einstein

wurde ich wieder einmal mit allzubekannten Szenen aus der ›Vernunftehe‹ zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit erschreckt, deren Verkehrswert sich nur deshalb weiter fortschreibt, weil diese Mésalliance sowohl den Gang zur Eheberatung als auch zum Scheidungsanwalt scheut.

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...neulich im Einstein

schwenkte Magda, eine Kommilitonin aus Warschau, mit der neuesten Ausgabe der Gazeta Wyborcza auf meinen Platz zu. Ob ich den Typ hier kennen würde, fragte sie mich und zeigte auf das Bild einer Statue.

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