Steffen Dietzsch: Bannkreis

Das Einstein in der Kurfürstenstraße – mit Dependancen ›Unter den Linden‹ und in der Friedrichstraße – ist das schönste und legendärste Caféhaus Wiener Prägung in Berlin. Man findet dort die tägliche Weltpresse ebenso wie Leute ›von Welt‹ (oder solche, die sich dafür halten): ›Monde‹ & ›Demi-Monde‹ reichlich, glücklich vereint. Dort auch sitzt der Flaneur, trifft sich mit Leuten, mit denen er beruflich zu tun hat, liest Zeitung, sieht schönen Frauen nach, unterhält sich über Ausstellungen, Theater etc. Die Kolumne von Steffen Dietzsch, Bannkreis, versammelt – in loser Folge – die Resultate seines Flanierens: kleine Glossen, Artikel zur Sache.

 

...neulich im Einstein

 diesmal nicht in der Kurfürstenstrasse, hier wird gerade renoviert, sondern bei Einstein Bros. in Austin, Tx, 2404 Guadelupe, musste ich - leicht verärgert - konstatieren, dass Max Webers Erklärung (in Wissenschaft als Beruf) der Überlegenheit des amerikanischen Hochschulsystems gegenüber unserem immer noch zutrifft, trotz all unserer rabulistischen Reformerei seither.

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...neulich im Einstein

 nach dem Kino – Der rote Baron. Ich ging aus dem Film – wie weiland dessen oberster Kriegsherr aus dem Felde – ›wie nach einer Badekur‹ … nette Jungs aus der besseren Gesellschaft, Um-die-Wette-fliegen, das ›Abschmieren‹ eine Lust, eine ›Frauenbeauftragte‹ warnt vor Krieg, kurz: ein aviatisches Fotoshooting … Gott sei Dank, mit dem happy end wurde beizeiten ›abjeblend‹, denn nach dem Tod des berühmten Fliegers hätte gerechterweise doch auch sein Nachfolger, ein Pour-le-mérite-Träger, einen Auftritt bekommen müssen: Hermann Göring.

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...neulich im Einstein

kam mir beim Überfliegen der Glückwünsche zu irgendeinem ›runden‹ Jubeltag des (DDR-)Dramatikers Peter Hacks (1928-2003) – der hielt sich für einen Wiedergänger des Mannes vom (Weimarer) Frauenplan, war aber wohl eher dem von der Schlossgasse verwandt, dem Kotzebue nämlich, von dessen Nähe er selber bekannte (brieflich an Walter Grab vom 28. Dez. 1988): »wer sollte den besser kennen als ich?« – sogleich sein ideologischer Milchbruder Wolfgang Harich (1923-1995) in den Sinn. Der sollte momentan eigentlich in seinem Grab vor Freude rotieren … angesichts jüngster (energie-)wirtschaftlicher Entscheidungen des Landes Sachsen-Anhalt. Demnach soll demnächst der Geburts- & Begräbnisort von Friedrich Nietzsche – Röcken bei Lützen – weggebaggert werden ...

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.