Steffen Dietzsch: Bannkreis

Das Einstein in der Kurfürstenstraße – mit Dependancen ›Unter den Linden‹ und in der Friedrichstraße – ist das schönste und legendärste Caféhaus Wiener Prägung in Berlin. Man findet dort die tägliche Weltpresse ebenso wie Leute ›von Welt‹ (oder solche, die sich dafür halten): ›Monde‹ & ›Demi-Monde‹ reichlich, glücklich vereint. Dort auch sitzt der Flaneur, trifft sich mit Leuten, mit denen er beruflich zu tun hat, liest Zeitung, sieht schönen Frauen nach, unterhält sich über Ausstellungen, Theater etc. Die Kolumne von Steffen Dietzsch, Bannkreis, versammelt – in loser Folge – die Resultate seines Flanierens: kleine Glossen, Artikel zur Sache.

 

...neulich im Einstein

las ich von einem neuerlich erhobenen vornehmen Ton in der Phalanx der DDR-Versteher; diesmal wackelten nicht die Sbirren aus dem Mal d’Archive (Derrida) mit ihren Faszikeln, sondern ein veritabler Historiker brachte eine wirkliche Antiquität mit ins Tribunal – die Satrapie! Mein Gott, was für ein Wort!

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...neulich im Einstein

legte mir ein Freund das letzte Heft der Akademie-Zeitschrift spectrum (Heft 12/1990) auf den Tisch. Hier las ich meinen eigenen Nachruf: »Wir irren uns empor — in diesem kritisch-rationalistischen Quietiv stecken gleich mehrere falsche Beobachtungen, richtig daran aber ist die Wahrnehmung eines Prozesshaften, Genetischen, eines ›Stirb und Werde‹.

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...neulich im Einstein

 las ich von einer Sprachregelung, derzufolge man sich (parteipolitisch) geeinigt hätte, künftig von der DDR selig als von der zweiten Diktatur zu sprechen. Sofort zählte ich nach: stimmt! Auf den ersten Blick jedenfalls.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.