Steffen Dietzsch: Bannkreis

Das Einstein in der Kurfürstenstraße – mit Dependancen ›Unter den Linden‹ und in der Friedrichstraße – ist das schönste und legendärste Caféhaus Wiener Prägung in Berlin. Man findet dort die tägliche Weltpresse ebenso wie Leute ›von Welt‹ (oder solche, die sich dafür halten): ›Monde‹ & ›Demi-Monde‹ reichlich, glücklich vereint. Dort auch sitzt der Flaneur, trifft sich mit Leuten, mit denen er beruflich zu tun hat, liest Zeitung, sieht schönen Frauen nach, unterhält sich über Ausstellungen, Theater etc. Die Kolumne von Steffen Dietzsch, Bannkreis, versammelt – in loser Folge – die Resultate seines Flanierens: kleine Glossen, Artikel zur Sache.

 

… neulich bei Einstein Bros. (in Boulder, Co.),

als ich diese Kolumne von Leonhard Pitts jr. las, war das für den ›reisenden Sachsen‹ [Bannkreis 54] irgendwie beruhigend … Auch hier, im Land der Happiness bleibt sie dort, wo sie hingehört – in den ›Zeichenraum‹ der Verfassungsurkunde. – Das bürgerliche Leben, ›unten, wo es konkret ist‹ (Hegel), blamiert bis ins Alltägliche hinein jenen ›gut-böse‹-Code,

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… neulich im Einstein

erinnerte ich mich dieses Eingangsverses der Sachsenhymne (aus der Feder des Leipziger Akademixer-Kabarettisten Jürgen Hart), als ich – quer durch die Gazetten – von Sachsen als hinterwäldlerischen Rassisten lesen musste. – Sein ironisches sächsisches Selbstbild dagegen hörte sich weiter so an (… man muss es sich laut vortragen):

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… neulich im Einstein

war wieder einmal zu spüren, dass die Medien-& Meinungsmacher über nichts so empört-beleidigt sind wie über jenes ›Lemma‹, mit dem manche Leser ihre jeweiligen Tagesleistungen qualifizieren.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.