Steffen Dietzsch: Bannkreis

Das Einstein in der Kurfürstenstraße – mit Dependancen ›Unter den Linden‹ und in der Friedrichstraße – ist das schönste und legendärste Caféhaus Wiener Prägung in Berlin. Man findet dort die tägliche Weltpresse ebenso wie Leute ›von Welt‹ (oder solche, die sich dafür halten): ›Monde‹ & ›Demi-Monde‹ reichlich, glücklich vereint. Dort auch sitzt der Flaneur, trifft sich mit Leuten, mit denen er beruflich zu tun hat, liest Zeitung, sieht schönen Frauen nach, unterhält sich über Ausstellungen, Theater etc. Die Kolumne von Steffen Dietzsch, Bannkreis, versammelt – in loser Folge – die Resultate seines Flanierens: kleine Glossen, Artikel zur Sache.

… neulich im Einstein

quälten wir uns mit der Frage, warum wir uns denn als ›Europäer‹ bestimmen wollten? … ein Freund alberte: Brexiteer zu sein, das ist nicht schwer, Europäer zu werden dagegen sehr … Also: wir sind es natürlich nicht im geographisch trivialen Sinne … weil wir eben in Europa leben. Und so gehört natürlich (auch nach dem 24. 6.) das United Kingdom weiter zu Europa.

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… neulich bei Einstein Bros. (in Boulder, Co.),

als ich diese Kolumne von Leonhard Pitts jr. las, war das für den ›reisenden Sachsen‹ [Bannkreis 54] irgendwie beruhigend … Auch hier, im Land der Happiness bleibt sie dort, wo sie hingehört – in den ›Zeichenraum‹ der Verfassungsurkunde. – Das bürgerliche Leben, ›unten, wo es konkret ist‹ (Hegel), blamiert bis ins Alltägliche hinein jenen ›gut-böse‹-Code,

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… neulich im Einstein

erinnerte ich mich dieses Eingangsverses der Sachsenhymne (aus der Feder des Leipziger Akademixer-Kabarettisten Jürgen Hart), als ich – quer durch die Gazetten – von Sachsen als hinterwäldlerischen Rassisten lesen musste. – Sein ironisches sächsisches Selbstbild dagegen hörte sich weiter so an (… man muss es sich laut vortragen):

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