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– Unsere italienischen Freunde stellen die Systemfrage.
– Halleluja.
– Der auch.
– Wer, wenn nicht sie.
– Wurde auch endlich Zeit.
– Der Mensch braucht Freizeit.
– Um in Würde altern zu können.
– Du willst sagen, der Norden bezahlt den Süden fürs Nichtstun.
– Quatsch. Wir sehen das so: Der Norden gibt die Scheine aus, die der Süden ausgibt, dann akzeptiert er sie zum Schein, damit der Süden ihn akzeptiert.
– Zum Schein?
– Zum Schein. Der Mensch will Akzeptanz.
– Welcher Norden? Welcher Süden?
– Kommt drauf an, wers lockerer sieht.
– Aber locker. Meine Anlagen sind gesund. So eine Geldmaschine...
– Es lebe das Vorurteil.
– Sagt der Papst.
– Welches?
– Erst das Fressen, dann die Moral.
– Das ist ein Vorurteil?
– Natürlich. Die Satten erklären den Hungrigen, wo es langgeht.
– Wo gehts denn lang?
– Wo es was zu fressen gibt, Dummkopf.
– Friss mich, aber schlag mir nicht nach.
– Ich hab dich gefressen. Mehr geht nicht.

 

von Lucius Garganelli / Ulrich Siebgeber   

Rubrik: Naturgeschichte der politischen Ideen